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Lokale Sitten

Zhuang Nationalität

Spezialisiert auf Landwirtschaft (speziell Getreide) ist das Volk der Zhuang eine der bekanntesten Minderheiten Chinas. Mit einer Bevölkerung von ca. 15,489,630 leben die meisten Angehörigen in den Provinzen Guangxi, und Yunnan (Wenshan). Der Zhuangdialekt besteht aus nördlichen und südlichen Einflüssen und stammt der Zhaung-Dong Sparche ab, die zur Art der Han-Zhang Sprache gehört. Die Schriftzeichen sind lateinischen Ursprungs. Durch den Zhuang Folkloretanz, die Musik, Handwerke und Wissenschaften entstand die spezielle Zhuang Oper. Die Atabal ist ein gutes Beispiel für ein typisches Zhuang-Instrument.

Die Zhuang Feiertage

Das Volk der Zhuang begeht viele bekannte Feierlichkeiten, inbegriffen den „Dritten Tag im März“, ein Gesangs und Bauchtanzfest. Die besonderste Zeremonie ist die des Frühlingsfestes, und die zweitwichtigste ist das Geisterfest im Juli. Ansonsten gibt es as Mid-Herbstfest, Drachenboot Fest, das „Doppel-Neun Fest“, den Tag des neuen Geschmacks, Wintersonnenwende, Tag der Seele des Bullen und die Huldigung des Küchengottes. Bei der Vielzahl von Festen feiern die Zhuang fast jeden Monat.
Frühlingsfest
Nach der Huldigung des Küchengottes, die meist am 23.12. des Mondkalenders stattfindet, beginnen die Menschen, sich auf das Frühlingsfest vorzubereiten, indem sie am 27. Schweine schlachten, am 28. Reisklößchen herstellen und am 29. Klebreiskuchen backen. Am abend des neuen Jahres, wird das komplizierteste Gericht, ein im Ganzen gekochter Hahn, gekocht. Die Menschen trinken süßen Klebreiswein, essen Klösschen ohne Füllung und in einer Zuckersuppe gekocht. Am Tag nach Neujahr werden Familienmitglieder und Freunde besucht und angerufen um sich ein frohes neues Jahr zu wünschen. Dabei werden Klebreikuchen, Reisklößchen und süßes Popcorn als Geschenke überreicht. Die Feierlichkeiten enden am 15. Tag des neuen Jahres, nachdem die Klebreisbällchen gegessen wurden. In manchen Gegenden sind sie sogar erst am 30. Tag zu Ende.
Der 3. März
In der Vergangenheit wurden an diesem Totengedenktag 5-farbiger Klebreis und gefärbte Eier den Verstorbenen gewidmet, außerdem wurden die Gräber gereinigt. Zu der Tradition der Zhuang gehörte, dass die älteren Menschen Geschichten und Regeln aus der Vergangenheit wiedergaben, die von Picknicken mit Gesang gefolgt wurden. Seit den 40er Jahren hat sich dies allerdings zu einem Gesangswettbewerb entwickelt. Die Teilnehmer bereiten sich lange darauf vor, sie versammeln sich an einer Hütte, die extra mit weißen, schwarzen und blauen Stoffen dekoriert wird. Am Wettbewerbstag bringen alle Menschen den gefärbten Reis und Eier zu dem Platz, singen und lauschen den Folkloregesängen. Es gibt Liebeslieder, Kreuzverhörlieder, Pfannenlieder, Landwirtschaftslieder und Alte Lieder. Sehr oft passen die Sänger die Lieder und Texte dem Verlagen und den Rückmeldungen des Publikums an. Während ein Lied ausläuft, beginnt das nächste und somit wird der ganze Ort mit Aufregung erfüllt.
Traditionen und Bräuche der Zhuang Minderheit
Die Zhuang sind sehr gastfreundliche Menschen. In der Vergangenheit wurde jeder Gast einer Familie als Gast des ganzen Dorfes angesehen. Sie wurden zu zahlreichen Abendessen eingeladen, manchmal musste der Gast an einem Abend bist zu fünf Mal Abendessen. Auch untereinander besuchen sich die Familien sehr oft. Wenn eine Familie erfolgreich auf der Jagd war, lädt sie je ein Familienmitglied aller Familien zum essen ein, zu dem es dann auch Wein gibt. Beim Zuprosten nutzen sie keine Glaser, sondern Gabeln. Gaste bekommen bei den Zhuang immer die besten Unterkünfte und Essen, besonders ältere Gäste werden hoch geschatzt. Erst wenn die ältesten sitzen, wird mit dem Essen begonnen, da die jüngeren erst dann essen, wenn die älteren bereits probiert haben. Tee und Reis wird immer mit beiden Händen und vor den Gasten gereicht. Nach Beendigung des Essens wünscht man „Einen Guten Appetit“, wobei die jüngeren Gäste vor allen anderen mit Essen fertig sein müssen. Wenn man auf der Strasse alten Menschen begegnet, werden diese mit „Großmutter“ oder „Großvater“ angesprochen. Kommen einem Menschen, die schwere Sachen tragen, entgegen, macht man ihnen Platz oder bietet seine Hilfe an. Am ersten Januar ist es verboten, auf Jagd zu gehen, in manchen Dorfern ist es Frauen dann auch verboten, Rind- und Hundefleisch zu essen. Drei bis sieben Tagen nach der Geburt eines Kindes ist der frischen Mutter Besuch untersagt, sie selber darf erst nach einem Monat andere Menschen besuchen.
Hochzeitsfeierlichkeiten der Zhuang – Die Braut auf dem Rucken tragen
Hochzeitsbrauche der Zhuang sind sehr speziell und beinhalten das Tragen der Braut auf dem Rucken, das Zerhacken einer Leiter, und Gesangswettbewerbe. Vor der Hochzeit wird ein Mann ausgewählt, dessen beide Elternteile noch Leben, um die Braut zu tragen. Sie darf keine Schuhe tragen, bis sie die Tür erreichen. Falls sie vorher den Boden berührt, muss der Bräutigam viel trinken, wie nach einer verlorenen Wette. In Begleitung von 10 Brautjungfern muss die Braut dann eine Bambusleiter auf das Haus des Bräutigams hochsteigen und über die „neue Brücke“ aus Bambus laufen. Im Anschluss zerstört jemand beides, was verbildlicht, dass die Braut nun für Ewig an den Mann gebunden ist. Eine Nacht später singt das Brautpaar bis zum Morgengrauen mit den jungen Dorfbewohnern. Am nächsten tag geht die Braut nach Hause, wird aber vom Bräutigam zurückgeholt. Das Singen dauert drei Nachte, wobei die Sänger mit Liebes- und Anbetungsliedern gegeneinander antreten.
Essensbrauche der Zhuang
In den meisten Dörfern nehmen die Zhuang drei Mahlzeiten am Tag zu sich, nur in wenigen sind es vier. In diesem Falle gibt es ein zusätzliches Essen zwischen Mittag- und Abendessen. Frühstück und Mittagessen sind sehr einfach, oft ist es Reissuppe, abends gibt es Reis und opulentere Gerichts. Reis und Weizen gehören zu den wichtigsten Nahrungsmitteln der Zhuang, außerdem kochen sie viel grünes Gemüse, Melonenkeimlinge, Sellerie, Chinakohl, Bohnenblatter, Süßkartoffel-Blätter, Kürbiskeimlinge und Erbsen. Außerdem sind gesalzene Gemüse, wie saure Sojasprossen, Rettich und Wurzelsenf beliebt. Kurz bevor gegessen wird, werden Schweineöl, Salz und Schnittlauch zu dem gesalzenen Gemüse hinzugefugt. Für die Zhuang gibt es keine Essensverbote. Vogel, Schwein, Rind, Lamm, Huhn, Ente und Ganz werden gegessen, in manchen Gegenden auch Hund. Schweinefleisch wird ganz gekocht, dann in Stucke zerteilt und mit Gewürzen zurück in den Topf gegeben. Frisches Huhn, Ente, Fisch und Gemüse werden meist in nicht ganz garem Zustand verzehrt. Gemüse werden kurz angebraten und dann angerichtet, um den frischen Geschmack zu wahren. Zudem stellen die Zhuang Getreidewein, Mangrovenwein und Kassavenwein her, die einen niedrigen Alkoholgehalt haben. Bei Festen ist Getreidewein das Hauptgetränk. Wird dem Wein eine Hühnergallenblase, Schweineleber oder Gänseklein zugefugt, heißt er Hühnergallenblasen-, Schweineleber- bzw. Gänseklein-Wein. Meist werden jedem Glas zwei Zutaten dieser Art zugefugt, da sie langsam gekaut werden können. Auf diesem Wege werden sowohl Hunger als auch Durst in einem gestillt.
Typisches Zhuang-Essen
Die Zhuang essen viele berühmte Gerichte und Snacks: Kartoffelkraut, frische Fischstücke, Spanferkel, Blumenklebreis, typische Zhuang Klebreisballchen, Zhuangyuan Klebreiskuchen, gekochtes Hundefleisch mit Sojasoße, knusprig gebratenes Huhnchen, geschmorter Hund, Longbeng sanjia usw.
Traditionelle Aktivitäten der Zhuang
1. Mittige Brettschuhe

Die Einheimischen von Guangxi gehen sehr gerne auf Brettschuhen spazieren. Es gibt sie für zwei, drei und mehr Menschen zu haben. Der Hintergrund dieser Aktivität ist, dass man „eins“ miteinander wird und den Zusammenhalt stärkt.




2. Mit bestickten Ballen werfen

Dies ist eine Beschäftigung für Jung und Alt, durch die die Menschen Liebe und Leidenschaft zum Ausdruck bringen. Die bestickten Bälle können rund, eckig oder länglich sein und es verläuft ein Band mit ein Meter langen Fransen hindurch. Der Ball ist mit Spreu und Watte gefüllt, er wiegt meist weniger als ein Kilo. Die jungen Spieler werden in zwei Mannschaften unterteilt, die sich gegenüber voneinander aufstellen und jedes Team wählt einen Kapitän. Das eine Team wirft den Ball und das andere versucht, ihn zu fangen. Wenn ein Mann einem Madchen seine Gefühle zeigen mochte, kann er ihr ein Tuch überreicht. Empfindet sie ihm als geeignet, lässt sie ihm später ein Geschenk zukommen.

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